Intern
    Arbeitsgruppe Kardiale MRT und Bildgebung

    Physikalisch-Technische Bundesanstalt im April 2003

    Ins Herz geschaut – mit neuer Technik

    Interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Medizinischen Universitäts-Klinik Würzburg erhält den Helmholtz-Preis 2003

    [ptb] Wer Herzerkrankungen ohne chirurgischen Eingriff diagnostizieren will, braucht bildgebende Methoden, die in das Herz des Patienten schauen. Bisher existierende nuklearmedizinische Verfahren können dies nur mit einer sehr geringen räumlichen Auflösung – die Qualität und Zuverlässigkeit der Diagnose ist dementsprechend beschränkt. Eine Arbeitsgruppe der Medizinischen Universitäts-Klinik Würzburg um Dr. Wolfgang Rudolf Bauer hat nun eine Technik entwickelt, mit der etwa die Herzdurchblutung qualitativ und quantitativ am Patienten gemessen werden kann. Funktionsstörungen in den Herzkranzgefäßen lassen sich damit aufspüren. Für diese Entwicklung erhält die Arbeitsgruppe den diesjährigen Helmholtz-Preis, der exzellente messtechnische Leistungen würdigt.

    Der diesjährige Helmholtz-Preis geht an:

    • PD Dr.med. Dr. rer.nat. Wolfgang Rudolf Bauer
      Leiter der Interdisziplinären Arbeitsgruppe
      Kardiale Magnetresonanztomographie und Biophysik“ der Medizinischen Universitäts-Klinik Würzburg
      Titel der gewürdigten Arbeit:
      Messung der Mikrozirkulationsparameter Intrakapillarvolumen, Kapillarrekrutierung und Durchblutung im Herzmuskel mittels NMR-Tomographie

    Die Methode der Wahl der Würzburger Arbeitsgruppe ist die Kernspinresonanz- oder NMR- (nuclear magnetic resonance) Bildgebung. Mit dieser Methode können unterschiedliche Komponenten der Herzmuskeldurchblutung, von denen der Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe direkt abhängt, gemessen werden. Da viele und häufige Herzerkrankungen mit einer Veränderung und Störung dieser so genannten Mikrozirkulation des Herzens einhergehen, ist eine hierfür sensitive Bildgebung ein wichtiges diagnostisches Werkzeug.

    Von der Idee bis zur erfolgreichen Demonstration der Methode hat Wolfgang Bauer mit seiner Arbeitsgruppe einen mehrjährigen Weg hinter sich: Dieser beinhaltete die Entwicklung theoretischer biophysikalischer Modelle, die Entwicklung hochsensitiver Messverfahren, die Validierung am Tiermodell mit etablierten Techniken und, sofern möglich, die Anwendung am Probanden und schließlich am Patienten.

    Die Ergebnisse belegen deutlich, dass die NMR-Bildgebung ein großes Potenzial als diagnostisches Werkzeug in der Kardiologie hat. Das Ergebnis der Jury des Helmholtz-Preises fiel entsprechend unisono aus.

    Den Preis verleiht der Helmholtz-Fonds e.V., dessen Vorsitzender der Präsident der PTB ist, gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. Die Entscheidung über die Preisverleihung trifft ein unabhängiges Gutachterkollegium, das vom Vorstand des Helmholtz-Fonds einberufen ist.

    Die offizielle, diesjährige Preisübergabe findet im festlichen Rahmen am Montag,
    30. Juni 2003, im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) statt.



    Weitere Informationen:

    Dr. Jürgen Helmcke, Telefon: (0531) 592 – 43 00
    E-mail: juergen.helmcke@ptb.de
    Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

    oder im Internet:

    http://www.helmholtz-fonds.de/




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    Meldung vom 02.04.2003, PTB Pressestelle
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